Titeuf

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Der kleine Strolch

Man muss ihn einfach gernhaben, den kleinen Titeuf. Der Knirps gehört in Frankreich zu den beliebtesten Comicfiguren. Doch Titeufs Papi ist Schweizer. Zep nennt sich der Genfer Zeichner und Texter.

Der kleine Racker behält zwar seinen französischen Namen, spricht nun aber auch Deutsch. Die Rede ist von Titeuf, einem Westschweizer Comic-Helden, der in Frankreich Zehntausende von Fans hat. Held ist eigentlich die falsche Bezeichnung, Titeuf ist nämlich eher ein Verlierertyp. Das liegt nicht etwa an seinem fehlenden Willen, sondern schlicht und einfach an seinem Alter. Der Primarschüler versucht zwar tapfer, sich im stets komplizierter werdenden Schulalltag zu behaupten, fällt aber immer wieder auf die Nase.

Oft missdeutet er die Welt der Erwachsenen. Verständlich, dass der Rektor nicht gern Herr Rektum genannt wird, auch wenn Titeuf die zwei Fremdwörter unabsichtlich verwechselt. Und wie sollte er auch wissen, dass der Piranha, den er im Fluss ausgesetzt hat, Omis Gebiss war? Zum Glück hat der Bengel noch die unbeschwerten Freuden der Kindheit, als da sind Juckpulver, Gameboys und Hänseleien unbeliebter Mitschüler.

Erfunden hat das schräge Comic-Kid der Genfer Philippe Chappuis, der schon mit Zwölf sein erstes Comic-Heft herausgab. Den Titel dieses Hefts benutzt der 29jährige heute als Künstlernamen: Zep. Nach Derib und Cosey ist Zep der dritte Romand, der im französischsprachigen Raum gross rauskam. Der erste Band von "Titeuf" erschien 1993 bei Glénat noch schwarzweiss und in einer Auflage von 5000 Exemplaren. Ab Band 2, mit dem die deutsche Ausgabe startet, waren die Alben farbig. Band 6, der 1997 erschien, erreichte in Frankreich bereits eine Startauflage von 60'000 Exemplaren.

Letzten Herbst wurde "Titeuf" am belgischen Comicfestival von Durbuy mit dem Humorpreis ausgezeichnet. Zuvor wurde die Serie auch schon in Sierre und Angoulême prämiert. Am nächsten Festival von Angoulême, dem bedeutendsten Comicanlass Europas, ist der neuste "Titeuf"-Band wiederum für den Jugendpreis, den sogenannten "Prix Alph-Art Jeunesse", nominiert. Und auch Zeps Einzeltitel "Les filles électrique" ist für einen Preis vorgeschlagen.

Ende Januar werden wir wissen, ob Zep zu den Gewinnern gehört. Verdient hätte es der sympathische Westschweizer. Denn "Titeuf" bietet frische Zeichnungen und witzig-freche Gags, keine nostalgischen Kindheitserinnerungen à la "Der kleine Spirou", sondern einen humoristischen Blick auf Freud und Leid heutiger Knirpse. Schrill ist allein schon das Aussehen von Titeuf, der mit seinem riesigen blonden Haarbüschel fast wie eine verrückte Karikatur von Wilhelm Buschs Moritz wirkt.

Titeufs merkwürdiger Name erinnert an "petit oeuf" und bezieht sich wohl auf den Eierkopf des kleinen Schlingels. Die "Titeuf"-Alben sind Zusammenstellungen von einseitigen Gag-Comics, wie man sie zum Beispiel von "Gaston" kennt. In "Ganz schön spannend…" versucht Titeuf unter anderem, mit seinem Taschengeld einen Brillantring für Freundin Nadia zu kaufen, oder zu verstehen, was Aids ist. Beim Aids-Fangenspielen auf dem Pausenplatz behauptet er nämlich: "Wenn einer anschlägt, hat er's nicht mehr!" Einige Klassenkameraden sind jedoch anderer Meinung.

  

    

        

     

 



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